| Allgemeine Infos Stellen Sie sich vor, das Münchner Olympiastadion mit seinen 90.000 Plätzen ist voll besetzt und draußen auf dem Gelände davor verteilen sich nochmal über 20.000 Menschen, die keine Karten mehr bekommen haben.... so viele Menschen, wie sich dann auf dem etwa einen Quadratkilometer befinden, müssen in einigen total übervölkerten Stadtvierteln Kairos ständig auf der gleichen Fläche
leben - oft ganze Familien mit zehn Personen in nur einem einzigen Raum! Ägypten umfaßt zwar ca. eine Million Quadratkilometer, aber etwa 94 % der Fläche bestehen aus unwirtlicher Wüste - es bleiben 6 % entlang des Nils übrig, um die 68 Millionen Einwohner des Landes unterzubringen, auf einer Fläche also, etwa so groß wie Baden-Württemberg. Und jedes Jahr wächst ihre Zahl weiter und macht so die Überbevölkerung zum wohl gravierendsten Problem des modernen Ägypten. Schon vor
Jahrtausenden bestimmte der 1.200 km lange Lebensnerv Nil die Wirtschaft, Handel und Kultur Ägyptens. Noch heute gilt das Nildelta, nördlich von Kairo, als Kornkammer und Gemüsegarten. Auch die größten Baumwollanbauflächen finden sich dort. Die ersten sichtbaren Bauwerke der bewegten Geschichte Ägyptens überstanden bereits 4.700 Jahre. 30 Dynastien hinterließen ihre Spuren bis zu ihrem Niedergang im Jahre 1.085 v. Chr..
Alexander der Große gründete daraufhin die Hafenstadt Alexandria, ihm folgten die Ptolomäer. Cäsar und Marcus Antonius verbanden schließlich römische Expansionspolitik mit Privatem: Beide hatte ein Techtelmechtel mit Kleopatra. Unter römischer Herrschaft faßten die Kopten Fuß, welche noch heute ca. 7 % der überwiegend muslimischen Bevölkerung ausmachen. 639 n. Chr. eroberten die Araber das Land und gaben es erst
1517 an die angreifenden Türken ab. Zu guter letzt kam Napoleon ins Spiel, nach ihm Mohamed Ali, der mit seinen ehrgeizigen Plänen zur Modernisierung des Landes in finanzielle Abhängigkeit von England geriet. Diese endete im britischen Protektoriat. Erst die Revolution 1953 brachte die volle Unabhängigkeit: Ägypten wurde Republik.
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Einreise
Wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt benötigt zur Einreise nach Ägyten ein Visum, daß direkt bei der Ankunft am Flughafen ausgestellt wird. Bei Pauschalreisen übernimmt dies meist der Reiseveranstalter. Zudem wird ein noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepaß benötigt. nach oben
Reisezeit
Die angenehmste Zeit sind die Monate Oktober bis April, speziell im Dezember bis Februar klettert das Thermometer selten über 25 ° C, die Nächte sind ziemlich kühl. Ab Ende April wird es heiß mit Tagestemperaturen in Kairo von über 35° C (40° C mit hoher Luftfeuchtigkeit sind keine Seltenheit), weiter südlich mit sogar über 40 °C. Während des Fastenmonats Ramadan dürfen Muslime von Sonnenaufgang
bis Sonnenuntergang nichts konsumieren, d.h. es ist verboten in der Öffentlichkeit zu rauchen, zu essen oder zu trinken. Innerhalb von Restaurants und Hotels ist dies jedoch kein Problem. Abends wird man mit der einzigartigen Stimmung entschädigt, wenn das Fasten endet und bis spät in die Nacht auf den Straßen und Plätze ausgelassen gefeiert wird. Nach islamischer Auffassung erhält der Mensch im Ramadan die Möglichkeit, seine Triebe zu mäßigen und zu
verstehen, was Hunger für einen großen Teil der Weltbevölkerung bedeutet.
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Impfungen und Gesundheit Bei Einreise direkt aus Europa sind keine Impfungen vorgeschrieben. Zu empfehlen sind jedoch vorsorglich Hepatitis A sowie Typhus. Ein sehr geringes Malariarisiko besteht außerdem, jedoch nur von Mai - Oktober im Gebiet der Oase El Fayoum. Da kein
Sozialversicherungsabkommen mit Ägypten besteht, sollte in jedem Fall eine Zusatzkrankenversicherung abgeschlossen werden. Um Krankheiten zu vermeiden, gelten die üblichen Regeln: Als Trinkwasser und zum Zähneputzen Mineralwasser verwenden, nicht im Nil oder anderen Binnengewässern baden und klimatisierte Räume vermeiden. Aufgrund der in Ägypten verbreiteten Augenkrankheit Trachom, sollten Fotoapparat und Fernglas nicht von Einheimischen benutzt werden. nach oben
Kleidung
Für den Winter empfiehlt sich leichte Wollkleidung einzupacken, einige Sommersachen und Übergangsmäntel. Für die übrigen Jahreszeiten genügt leichte, atmungsaktive Sommerkleidung und für die Abende leichte Jäckchen bzw.
Jacketts. Auf Wüstensafaris sind Wollsachen ein Muß! Die Nächte werden hier empfindlich kalt. Gegen die stechende Sonne hilft eine gute Sonnenbrille, eine Kopfbedeckung und eine große Tube Sonnencreme. Es versteht sich von selbst, daß man bei der Kleidung darauf achten sollte daß man sich in einem islamischen Land befindet - enge und kurze, zu freizügige Kleidung ist dort völlig fehl am Platz.
nach oben Fotografien Der Preis für Filmmaterial in Ägypten ist übertrieben hoch. Man sollte daher lieber einen Film mehr mitnehmen. Als Motiv locken landschaftliche, kulturelle und folkloristische Objekte. Einzige Ausnahmen: Brücken, Häfen, Flugplätze und selbstverständlich militärische Anlagen sind streng verboten!
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Souveniers In den Souks von Kairo preisen zahllose Händler ihre Waren an. Gewürze, Stoffe, Parfümöle und natürlich Teppiche (Achtung: der Händler muß eine Ausfuhrgenehmigung dafür besorgen!) und Goldschmuck wird gerne gekauft. Beliebt sind auch gehämmerte Messing- und Kupferwaren, Lederwaren und kleine Kassetten aus Edelholz mit eingelegtem Perlmutt oder Elfenbein. Das Gold hat einen festen Preis, wird meist 18 Karat
gehandelt und ist relativ günstig, wenn auch nicht immer im mitteleuropäischen Geschmack ausgearbeitet. Handeln gehört in Ägypten zum guten Ton. Gestartet wird mit der obligatorischen Einladung zu einer Tasse Tee. Man braucht sich jedoch keine Sorgen zu machen, den Preis zu niedrig zu drücken, die Händler nennen ohnehin total überzogene Preise. Das ist auch schön so, denn letztendlich freut man sich dann als Tourist ein
Schnäppchen herausgeschlagen zu haben - und der Händler freut sich auch, weil er ein gutes Geschäft gemacht hat... Als Orientierung für einen größeren Kauf hilft die Nachfrage im Hotel nach dem ungefähren "Normalpreis" des Stückes. nach oben
Bakschisch
Vergleichbar mit unserem Trinkgeld wird in Ägypten für jede kleine Dienstleistung "Bakschisch" fällig. In einer Reisegruppe aufgehoben, braucht man sich über dessen Höhe kaum Gedanken zu machen, da die Reiseführer pauschal die Schlüsselwärter bei den Sehenswürdigkeiten und Gepäckträger entlohnen. Ansonsten liegt man pauschal mit 2-5 Pfund in den meisten Fällen richtig. Dieses Trinkgeld ist Bestandteil des Lebensunterhalts
und sollte daher stets parat in der Hosentasche stecken. Die Leute sind gemäß islamischen Einfluss sehr höflich und gastfreundlich. nach oben
Kulinarisches Die ägyptische Küche ist absolut probierenswert! In biblischer Zeit galt Ägypten mit seinen wohlgefüllten Fleischtöpfen als Schlaraffenland und noch heute brutzelt in den Kochtöpfen
oft das Gleiche wie zu Zeiten Kleopatras. Grundelemente sind Bohnen, Zwiebeln und Getreide, ergänzt durch Tomaten und Reis sowie Knoblauch. Gewürzt wird mit frischen Kräutern, gebraten und gekocht mit feinem Olivenöl. Zu fast allen Speisen wird Fladenbrot gereicht, das mit den Händen geteilt und in diverse delikate Soßen eingetunkt wird. Fleisch ißt man seltener, und wenn, dann vor allem Geflügel (Täubchen!), weniger Hammel und
Rind, entsprechend islamischer Sitte. Beim Nachtisch beweisen die Ägypter ihre Vorliebe für Süßes: Umm Ali, ein Dessert aus Rosinen, Nüssen, Milch, Sahne, Zimt und weiteren Zutaten schmeckt wirklich vorzüglich! Auch dem untersagten Alkoholgenuß muß auch keine Träne nachgeweint werden: Indischer Dattelsaft, Sahlab und Salep, ein köstliches Getränk aus Milch und Kokosnuß, gehackten Nüssen und einigem mehr, Zuckerrohrsaft
und unzählige Teesorten sorgen für genügend exotischen Ersatz. Verdauungsfördernd wirkt auch die Schischa, die orientalische Wasserpfeife, die der Tischnachbar üblicherweise nach einem üppigen Mahl zum gemeinsamen Rauchen auspackt. nach oben |