| "Das größte Freilichtmuseum der Welt", so nannte einmal ein amerikanischer Kritiker die katalanische Hauptstadt. Diesem Lob können
sich zeitgenössische Reisende nur anschließen. Wo sonst findet man so viele und verschiedenartige Sehenswürdigkeiten auf einmal? Als Heimat vieler großer Künstler wie Picasso, Miró und Dali lädt Barcelona mit unzähligen kleinen Plätzen, weitläufigen Parks, Bänken und Skulpturen ein, das warme und angenehme Klima der Iberischen Halbinsel zu geniessen. Gepaart mit einer architektonischen Vielfalt und der herzlichen Gastfreundschaft ihrer 2 Mio. Einwohner, präsentiert sich die lebendige
Hafenstadt als eine der innovativsten und sehenswertesten Europas. In diesem Jahr steht allerdings vor allem einer der berühmtesten Architekten Spaniens im Mittelpunkt - Antoni Gaudi. 1852, also genau vor 150 Jahren, erblickte der Hauptvertreter des katalanischen Modernisme (eng verwandt mit dem Jugendstil) das Licht der Welt. Damals ahnte noch niemand, daß sein naturbezogener Umgang mit Materialien und Formen einmal die
prächtigten Bauten hervorzaubern würde: Bizarr geformte Kamine, verspielter Zierschmuck, bunt gekachelte Drachen und Säulen zeichnen seine Arbeiten aus. Und diese sind so zahlreich in der Stadt gestreut, daß sie den Besucher auf Schritt und Tritt begleiten. Gaudis Lebenswerk jedoch war der Sühnetempel Sagrada Familia. Obwohl noch unvollendet ist der Bau mit seinen sich parabolförmig in den Himmel schraubenden Riesentürmen längst zum weltbekannte Wahrzeichen der Stadt geworden und lockt damit
jährlich Tausende von Besuchern an.
Doch wer glaubt, die um 1900 entstandenen Bauten des Modernisme seien die einzigen Anziehungspunkte der Stadt, der irrt! Die Lage am Meer brachte Reichtum und ideale Möglichkeiten, durch Einflüsse aus der ganzen Welt einen besonderen Facettenreichtum zu erwerben. Barcelona, auch die fürstliche Stadt
genannt, profitierte im Mittelalter vom Außenhandel, der es in eine solch aufstrebende Stadt verwandelte, daß ihre Schönheit schon immer viele Städte übertraf. Ereignisse wie die Weltausstellungen 1888 und 1929 sowie die Olympischen Spiele 1992 waren entscheidend für die Entwicklung der spanischen Metropole. Frei nach dem Olympia-Slogan "Barcelona pos`t guapa!" (Barcelona, mach dich schön!) stets um Erneuerungen bemüht, ist dennoch die mittelalterliche
Altstadt ein Höhepunkt jeder Tour durch Barcelona. Im sogenannten Barri Gòtic sind die gotische Kathedrale und der alte Königspalast, in dem Kolumbus empfangen wurde als er von seiner Reise in die Neue Welt zurückgekehrt war, ganz besonders sehenswert. Daneben befinden sich La Ribera mit Häusern aus dem 14. Jahrhundert, in einem davon ist das Museu Picasso untergebracht - ein absolutes Muß für Kunstliebhaber. Das Viertel wird begrenzt
vom herrlichen Parc de la Cuitadella mit dem Museu d`Art Modern und dem Zoo. Wem es zu heiß wird, der kann sich an einem der kilometerlangen Strände im sanierten Hafenviertel abkühlen, die vom Olympischen Dorf bis zum alten Hafen reichen, wo historische Werften, ein Jachthafen und die Promenade zum Bummeln verleiten.
Zum gemütlichen Schlendern begibt man
sich auf die berühmteste Straße Barcelonas: Las Ramblas. Hier finden sich Spaziergänger jeden Alters und aller sozialer Schichten, Blumen - und Gemüsestände, Schuhputzer, Straßentheater, große Geschäftsgalerien, Straßencafés, Terrassen und Theater. Überhaupt ist Einkaufen in Barcelona abwechslungsreich und macht Spaß. Vergessen sind Fächer und Flamenco - man befindet sich hier in einer europäischen Hochburg in Sachen internationales Design.
Wem die Taschen zu schwer werden, der läßt sich nieder auf der Placa Reial, einem wunderschönen Platz mit Arkaden, Palmen, Brunnen und luxuriösen Geschäften. Ursprünglich von der Bourgeoisie der Stadt bewohnt, liegt er heute im Zentrum eines Künstlerviertels und bietet mit zahlreichen Bierlokalen und typischen Bars ein hervorragendes Ambiente. Kneipen sind für die Bewohner Barcelonas der beliebtes-te
Treffpunkt zum Trinken, Essen, Unterhalten und "überhaupt". Oft finden sich hier ganze Familien mitsamt Kindern zu Gespräch und Tapas ein. Ob im extravagant eingerichteten Speiselokal oder in einer unglaublich modernen Spelunke, den kulinarischen Köstlichkeiten Spaniens kann keiner widerstehen. Und die Bikini-Figur? - No problema! Schließlich rufen schon über 500 moderne Diskos und skurrile Bars, glitzerndes Varieté, Oper, Konzert und
Theater dazu auf sich ins Nachtleben zu stürzen. Und wer sich mitreißen läßt und dabei vielleicht ein Glas Sangria zuviel erwischt, läßt am "Tag danach" die Seele in einem der vielen Parks baumeln. Unter Orangenhainen liegend und Papageien beobachtend, die sich in Palmen vergnügen, kann sich der eine oder anderer sogar durchringen den Wochenendtrip mit einer gemütlichen Bootsfahrt ausklingen zu lassen. Wer den Charme
dieser Stadt einmal erleben durfte, kehrt sicher wieder zurück und sagt somit einfach: "Beim nächsten Mal"! nach oben 
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