| Wer immer das Paradies beschrieb: grüne Wälder, blühende Gärten, saftige Weiden und klare Seen gehörten dazu. Und von allem hat Mecklenburg-Vorpommern mehr als genug. Internationale Bekanntheit genießt die Mecklenburgische Seenplatte, es ist das größte zusammenhängende Seengebiet Mitteleuropas. Touristisch angenehm "sanft" erschlossen, bietet die
Region eine Vielzahl von Möglichkeiten. Man kann auf den Seen und Flüssen mit gemieteten Hausbooten oder Motor- bzw. Segelyachten auf Entdeckungstour gehen oder eine Kreuzfahrt buchen. Aufgrund der ebenen Landschaft ist das Land geradezu ideal für ausführliche Fahrradtouren, die wir gerne individuell zusammenstellen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in jeder Preiskategorie, bis hin zum echten, alten Schloss mit barocker Parkanlage.
Die unvergleichliche Landschaft verdanken wir der letzten Eiszeit, entstanden sind Ökosysteme in einer Komplexität, die wir heute als besonders schützenswert betrachten. Infolge dieser Einstellung sind ganze Landstriche geschützt als Naturparke, die Tier- und Pflanzenwelt in ursprünglicher Eigenheit erleben lassen. Lohnend ist in jedem Fall die Fahrt zum
Nationalpark Jasmund auf Rügen. Nationalparke werden sich selber überlassen, der Mensch greift hier nicht in den Lauf der Natur ein, eine Wertung, ob der Verlauf der Entwicklung als positiv zu bezeichnen ist, wird nicht vorgenommen. Große Anstrengungen wurden seitens der Verantwortlichen unternommen, um diese Regionen dem Besucher zu erschließen. So sind gekennzeichnete Wanderwege in aller Regel vorhanden, Parkplätze sind ausgewiesen und Führungen organisiert sowie
Informationszentren eingerichtet. In jedem Fall gilt, dass eine gewisse Vorbereitung das Erlebnis intensiviert. Hierzu geben die Schutzgebietsverwaltungen eigene Faltblätter heraus, die Fauna und Flora für jedermann erklären und nahe bringen.
Dem Menschen präsentiert sich die Natur als rauhe
Schönheit, wer mit Gespür für das Ursprüngliche den Nationalpark betritt, wird aufs Wunderbarste entlohnt. Viele Maler, als bekanntester sei Caspar David Friedrich genannt,haben hier besonders in der Romantik Inspiration gesucht und reichlich gefunden. Seine Bilder zeigen den Einfluß, den die Natur auf das Gemüt ausübt. Ruhe, Gelassenheit und Leichtigkeit sind heute kennzeichnend für die Ausstrahlung der herrlichen Landschaft. Auch zum Bade- und Kururlaub lädt die Region
ein. Die Chancen nach der Wiedervereinigung wurden optimal genutzt, um alle Fehler der Vergangenheit im Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu vermeiden. So präsentiert sich heute der Zugang zur Ostsee ohne "Ballermänner" und bietet trotzdem viel Abwechslung und ein breites Kulturangebot. Angefangen von den großen Hansestädten wie Stralsund, Wismar und Rostock strahlen alle Orte den Charme der nordischen
Bürgerschaft aus. Ihre Hochzeit hatte die Region im späten Mittelalter, als Kaufleute die Chancen der Lage am Meer erkannten und ganze Landstriche für den Handel erobert wurden. Im 14. Jahrhundert war im gesamten Ostseeraum die Hanse zu einer Handelsmacht mit Einfluß ohnegleichen geworden.
Typisch die Kirchen, die trotz aller Pracht und Schönheit
nicht zum Protzen tendierten - kaufmännisches Kalkül war auch hier die Entscheidungsgrundlage der Bauherren. Erst im 16. Jahrhundert begann der Stern der Hanse zu sinken. Nach Kriegen fielen einige Städte an Schweden und erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann durch Schiffbau und Kurbetrieb der Aufbau zur heutigen Struktur. So kann sich die Region, die fünfhundert Jahre Wirtschaftsgemeinschaft praktiziert hat, heute dem Besucher gelassen und traditionsbewußt präsentieren.
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