Birma - Burma

Lesen Sie, was Angela Tschöpe und Hennes Meuser auf ihrer Reise durch diese herrliche Region erlebt haben.

Natürlich ist Juni/Juli nicht gerade die ideale Reisezeit für weite Landesteile von Myanmar, da die Regenperiode mit hoher Luftfeuchtigkeit bis Ende Oktober anhält. Der Vorteil ist allerdings, daß sehr wenige Touristen unterwegs sind und all die Sehenswürdigkeiten mit viel Zeit und Muße besichtigt werden können. Yangon (früher Rangoon), die Hauptstadt, wird beherrscht von der Shwedagon Pagode (Tempelanlage) auf ihrem 60m hohen Hügel mit 4 Aufgängen in jede Himmelsrichtung. Über diese erreicht man die 60 000qm große Plattform. In der Mitte ragt die 7m hohe goldene Stupa (glockenförmiger Reliquienbau) empor mit dem kostbarsten Schirm, der jemals in Myanmar hergestellt wurde. Dieser Schirm ist 1,25 t schwer mit 1090 Diamanten und 1338 Rubinen und Saphiren geschmückt. Die Spitze wird von einem 76 karätigem Diamanten gekrönt.

Es lohnt sich nicht in Yangon besonders lange zu verweilen. So starteten wir bereits einen Tag später zu unserer 17tägigen Myanmar-Rundreise ganz bequem mit eigenem PKW und eigenem Fahrer. Wir konnten die Reiseroute selbst bestimmen. Zunächst hielten wir auf unserem Weg Richtung Norden in Bago an und besichtigten dort mehrere Pagoden, vor allem aber den „Liegenden Buddha" von Shwethalyaung mit einer Länge von 55m und einer Höhe von 16m. Weiter ging es zum Inle-See auf unbefestigten aufgeweichten Bergstraßen mit reichlich Verkehr von holzbeladenen Fahrzeugen.Der Inle-See liegt auf 900m Höhe, ist 22 km lang, 10 km breit, höchstens 3m tief und wird malerisch von 1500m hohen Bergen gesäumt. Der See ist berühmt für die Einbein-Ruderer, die dortigen Fischer, die eine artistisch anmutende Rudertechnik mit einem Bein entwickelt haben, um mit den Händen die Netze auswerfen zu können; für seine schwimmenden Gärten und Märkte; für die Pfahlbau-Dörfer und mehr als hundert bekannte Klöster. Wir mieteten ein Langboot und starteten zu unserem Ausflugsprogramm rund um den See wiederum im strömenden Regen.
Höhepunkt der Bootsreise war ein Besuch im äußerlich unscheinbaren Kloster von Nga Phe Kyaung, das nur noch das „Kloster der springenden Katzen" genannt wird. Tatsächlich lassen die 6 Mönche, die dort leben, uns mit Tee und Gebäck bewirteten und all unsere Fragen geduldig beantworteten, ihre 23 Katzen durch Reifen oder über erhobene Arme springen. Ein wahres Meisterwerk der Dressur! Auf dem Weg ins trockene heiße Mandalay, der alten Königsstadt im Norden, machten wir noch einen Abstecher nach Pindaya, um die berühmten Höhlen zu besichtigen, die über 8000Buddhafiguren aus Bronze, Marmor, Gips und Stein beherbergen und es kommen täglich welche hinzu.

 

Mandalay ist ungefähr 700 km von Yangon entfernt und ein kultureller Mittelpunkt. Hier stehen berühmte Pagoden wie die Mahamuni Pagode mit der ältesten und größten Buddhastatue aus Bronze circa 146 n. Chr.. Nicht zu vergessen der wunderschöne Blick vom 240m hohen Mandalay Hill , allabendlich  der Treffpunkt für alle englischlernenden Einwohner, die mit großer Begeisterung ihren Wortschatz an Touristen testen. Ein Muß sind ebenso Ausflüge in die nähere Umgebung zu den früheren Königsstädten Amarapura, In-Wa und Sagaing. Ein Bootstrip auf dem Ayeyarwady Fluß zu den Pagoden von Mingun und der größten hängenden Glocke der Welt mit einem Durchmesser von 5m, einer Höhe von 4m und einem Gewicht von 90 t. bleibt uns unvergesslich.

Empfehlenswert ist ein Besuch des Marionettentheaters in Mandalay, das sich völlig von den uns bekannten Formen des Puppenspiels unterscheidet. Unser nächstes Ziel war die Heimat der 37 Nats. Nats sind gute oder auch bösartige Geister, die nur in Myanmar verehrt werden und die auch Opfergaben erhalten. Ein Höhepunkt unserer Reise war ebenfalls der Besuch von Bagan, einer der größten archäologischen Stätten Asiens; auf 36 qkm sind über 5000 Tempel, Pagoden und Stupas zu besichtigen. Mit einem 4tägigen Aufenthalt gelang es uns die Hauptattraktionen zu besuchen, aber es erforderte eine detaillierte Buchführung , um den Überblick wenigstens einigermaßen zu behalten. Kurz vor unserer Rückkehr nach Yangon statteten wir der Stadt Pyay noch einen Besuch ab. 

Fazit: Wir sind Freunde geworden mit den friedfertigen, reizenden Menschen, die trotz schwierigster politischer Lage und Repressalien ihren Weg im buddhistischen Glauben unter einfachsten materiellen Voraussetzungen verfolgen. Wir sind restlos begeistert von all den Sehenswürdigkeiten und unterschiedlichsten Landschaften. Für uns steht fest: Myanmar wir kommen wieder!

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