|  Australien ist ein Kontinent, also riesig groß und außerdem sehr weit entfernt; das heißt, man braucht viel Zeit und eine genaue Planung, wenn man dort individuell reisen will. Als Neurentnerehepaar
mit durchschnittlicher Kondition und etwas Reiseerfahrung machen wir uns daran, einen Traum zu erfüllen. Unser Reisebüro ist bei der Buchung und Planung der Reisebausteine behilflich, denn wie durchgeführt, ist eine solch Rundreise nicht pauschal aus dem Katalog zu buchen. So stehen wir dann endlich in Sydney am Mietwagenschalter und nach 4 Tagen City, sehenswert und in vielen Reiseführern beschrieben, geht es nach Süden. Die Stationen unterwegs sind: Canberra,
die Hauptstadt, Victorias Südküste, Melbourne mit reizvoller Umgebung, die Grand Ocean Road mit den12 Aposteln, der Murray River, das herrliche Weinabbaugebiet Barossa Valley, der lange Weg über Cooper Pedy zum Ayers Rock und Alice Springs, die noch größere Einsamkeit nach Osten über Tennant Creek und Mount Isa hinauf in die Atherton Tablelands, die Fahrt hinunter nach Cairns, Ausflug auf das Great Barriere Reef, die
gesamte Queenslandcoast nach Süden, die Gold Coast und Surfers Paradise und letztlich die Strände nördlich von Sydney. Alles klangvolle Namen, sehenswert und in jedem Reiseführer mit Sternchen versehen.
In 6 Wochen kann man das alles auch sehen, aber nebenbei auch viel bis dato Unbekanntes, das sich
dann als Highlight darstellt. So sind wir 2 Tage in den Grampains gewandert, einem kleinen Mittelgebirge nordwestlich von Melbourne, traumhaft schön und mit dem Standquartier Halls Gap, einem Örtchen mit Holzfällerflair. Die Übernachtungen verbrachten wir sehr oft in sogenannten Cabins, toll ausgestattete große Wohnwagen ohne Räder auf vielen Campingplätzen. Neben allen Annehmlichkeiten wird hier auch der Kontakt zu anderen Reisenden, hauptsächlich Australiern fast
zwangsläufig zustandekommen. Eine weitere Erfahrung, auch im Sinne des Wortes, ist das Befahren von sogenannten Development Roads, hauptsächlich im Norden. Ein autobreites Teerband in der Mitte, Kiesstreifen an der Seite. Stundenlanges Geradeausfahren mit einer Handvoll Begegnungen auf hundert Kilometern, wobei das Passieren der riesigen sogenannten Road Trains erhöte Aufmerksamkeit erfordert.
Auch das kleine Seebad “The Entrance”, von dem wir vorher nie gehört hatten, bescherte uns am letzten Übernachtungstag nur hundert Kilometer nördlich von Sydney ein solches unverhofftes Erlebnis: Die sogenannte Pelikanparade. Bei einem Bummel durch den kleinen Ort und an der Promenade entlang, die von erholungssuchenden Großstädtern belebt war, konnten wir die Fütterung einer großen Anzahl
stolzer Pelikane miterleben, die wie ein Schiffskonvoi an das Ufer geschwommen kamen, um sich streitlustig ihre Ration abzuholen und sich so das mühselige eigene Fangen der Fische zu ersparen.Neben den sicher großartigen Sehenswürdigkeiten, die Australien zu bieten hatte, sind es eben auch die kleinen Dinge am Rande, die eine solche Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis machten und wir waren richtig traurig, als selbst 6 Wochen Urlaub viel zu schnell zu Ende
waren und der lange Rückflug angetreten werden musste.
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